Kurztrip Empfehlung: Leuven (Löwen), Belgien

Nachdem die meisten von uns über die Weihnachtstage reichlich mit Essen und Geschenken beschäftigt waren, verspürt mancher von uns vielleicht so langsam wieder Lust, das Haus zu verlassen und etwas zu unternehmen. Speziell wenn ihr in Nordrhein-Westfalen wohnt, bietet sich hierfür zum Beispiel ein Abstecher in die Nachbarländer an – z.B. nach Belgien. In meinem heutigen Beitrag möchte ich Euch von der Stadt Leuven (Löwen) in Flandern berichten, die – nicht nur im Winter – definitiv einen Besuch wert ist. Warum? Lest selbst!

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Leuven – Eine „junge“ Stadt in Flandern

Leuven (auf Deutsch auch: „Löwen“ bzw. „Louvain“ auf Französisch) ist die Hauptstadt der Provinz Flämisch-Brabant in Belgien. Da Leuven also in Flandern liegt, spricht man hier – anders als in Brüssel – Niederländisch bzw. einen leicht abgewandelten lokalen Dialekt.

Wollte man die Stadt mit einem Adjektiv bezeichnen, so könnte man dies durchaus mit „jung“ tun. Damit meine ich natürlich nicht „jung“ im historischen Sinne. Denn in dieser Hinsicht ist Leuven alles andere als eine junge Stadt. Ihre Entstehung datiert aus der Zeit vor Christi. Speziell in der Zeit zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert, kam Leuven als wohlhabender Handelsstadt sogar teilweise mehr Bedeutung als der Hauptstadt Brüssel zu.

Wenn ich also von „jung“ rede, dann meine ich damit den auffällig hohen Anteil junger Leute (über 30%) unter den knapp 100.000 Einwohnern. Der Grund für diese demografische Verteilung erschließt sich unschwer: Die Universität. Die „Katholieke Universiteit Leuven“ wurde im Jahr 1425 gegründet und zählt zu den bedeutendsten Universitäten Europas. Aufgrund des vielfältigen Studienangebots ist die Stadt auch sehr beliebt unter ausländischen Studenten, was für einen internationalen Touch sorgt. Wie es sich für eine Studentenstadt gehört, finden sich in Leuven auch zahlreiche Bars und Kneipen. Hier kann man also in geselliger Atmosphäre die zahlreichen (und ausgesprochen guten) belgischen Biersorten probieren. An Bier dürfte es in Leuven ohnehin selten mangeln. Denn die belgische Brauereigruppe Anheuser-Busch (nach Absatzvolumen der größte Bierproduzent der Welt) unterhält dort einen großen Produktionsstandort und zählt damit zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt. Hier wird auch seit 1926 eines meiner absoluten Lieblingsbiere, das Stella Artois (Pils), hergestellt!

Auf dem Foto seht Ihr eine Statue, die der Bildhauer Jef Claerhout der Stadt zum Anlass des 550. Jahrestags der Katholieke Universiteit Leuven im Jahr 1975 schenkte. Entsprechend ihrem Namen „Fons Sapientiae“ (lat. „Brunnen des Wissens“) – von den Einheimischen auch Fonske genannt – stellt die Statue einen Studenten dar, der sich Weisheit in seinen Kopf schüttet.

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Sightseeing – Was sollte man gesehen haben?

Die Stadt ist nicht riesig. Das ist auch einer der Gründe, warum sich die Stadt bestens für einen Kurztrip eignet. Denn man kann hier die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ohne Probleme an einem oder zwei Tagen abdecken. Ich persönlich mag es nicht gerne, Städte bzw. deren Sehenswürdigkeiten anhand einer Liste abzulaufen. Denn eine solch „strukturierte“ Vorgehensweise trägt nicht unbedingt zur eigenen Entspannung bei und kann zudem dazu führen, dass man die Stadt einfach nur wie ein Produkt „konsumiert“ und gar nicht mehr die vielen kleinen Facetten wahrnimmt, die einer Stadt ihren eigenen, ganz individuellen Charakter geben. Statt einfach nur die Sehenswürdigkeiten abzulaufen, finde ich es oftmals interessanter, den Geruch der Stadt einzuatmen und die Aspekte des täglichen Lebens zu beobachten – z.B. wie die Leute wohnen, wo sie einkaufen oder wie sie sich anziehen. Natürlich braucht man für die meisten größeren Städte einen Plan, wenn man nicht endlos umherirren will. Aber gerade bei kleineren Städten mit konzentrisch gewachsenem Stadtkern ist es oft ausreichend, einfach nur instinktiv herumzulaufen und damit ganz von allein auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu stoßen. Das ist einerseits spannender und andererseits finde ich auch die Wirkung der Sehenswürdigkeit um einiges größer, wenn man sie auf diese Weise entdeckt. Probiert es doch einfach mal aus. Leuven ist eine gute Stadt dafür!

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Okay, also für diejenigen von Euch, denen das alles zu philosophisch ist und eher eine pragmatische Herangehensweise bevorzugen, kommt hier dennoch die Checkliste mit meinen persönlichen Favoriten.

Ich selbst hatte leider nur einige Stunden in der Stadt und es war aufgrund der Jahreszeit leider schon recht dunkel, sodass Ihr hier also eher „Leuven by Night“ zu sehen bekommt. Dafür erkennt man aber, dass die Stadt aufgrund des Weihnachtsschmucks im Zusammenspiel mit den alten Bauten auch für einen vor- oder nachweihnachtlichen Ausflug sehr zu empfehlen ist.

  • Die Universitätsbibliothek
  • Der Alte Markt (Oude Markt)
  • Das Rathaus (Stadhuis)
  • Die Sankt Peterskirche (Sint Pieterskirche)
  • M-Museum Leuven
  • Brauerei Stella Artois

Praktischer Tipp: Wenn Ihr wenig Zeit habt, dann würde ich auf jeden Fall zum Großen Markt gehen (Grote Markt). Dort findet Ihr sowohl das Rathaus, als auch die Sankt Peterskirche. Außerdem sollte man die Universitätsbibliothek (zumindest von außen) einmal gesehen haben.

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Essen in Leuven: Restaurant-Empfehlung

Wenn Ihr genug vom Sightseeing habt, dann sollte es Euch in Leuven trotzdem nicht langweilig werden. Da wäre zunächst einmal die Gastronomie zu erwähnen, die nach meiner Erfahrung in Belgien ohnehin groß geschrieben wird. In Leuven kommt hinzu, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis (insbesondere im Vergleich zu Brüssel) ausgesprochen gut ist.

Wärmstens empfehlen kann ich das Restaurant „Den Beiaart“ in unmittelbarer Nähe der Universitätsbibliothek.

Die genaue Adresse lautet:

Mgr. Ladeuzeplein 8

3000 Leuven

Hinweis: Die Website, die bei Eingabe des Restaurants auf Google Maps angezeigt wird, ist falsch. Diese führt zu einem Restaurant „Den Beiaart“ in Meisen (in der Nähe von Brüssel). Das ist natürlich nicht das Restaurant, was ich meine.

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Das Restaurant ist schön eingerichtet und ausgesprochen gemütlich. Es gibt viele Leute, die hier im Laufe des Nachmittags reinkommen, um auch einfach nur einen Kaffee zu trinken. Die Küche ist jedenfalls lange geöffnet, sodass Ihr hier auch um 16 Uhr noch Etwas zu essen bekommt.

Zu empfehlen sind hier sicherlich die diversen Fleischsorten mit original belgischen Pommes und Gemüse. Wenn Ihr etwas mehr Hunger habt, bietet es sich an, ein Menü zu nehmen. Hier bekommt Ihr für 30-40 Euro eine (großzügige) Vorspeise, ein Hauptgericht und habt schließlich noch die Auswahl zwischen leckeren Desserts (z.B. Mousse au Chocolat oder Apfelstrudel mit Vanilleeis).

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Eine kleine Herausforderung werdet Ihr beim Bestellen haben (es sei denn Ihr sprecht Niederländisch). Die Kellner verstehen zwar Englisch (Französisch würde ich hier eher vermeiden), allerdings ist die Karte komplett auf Niederländisch – eine englische Karte gibt es nicht. Als Deutscher kann man sich aber in den meisten Fällen zusammenreimen, was sich hinter den jeweiligen Speisen verbirgt. Die verschiedenen Steaks werden ohnehin auf Englisch bezeichnet.

Bemerkenswert ist, dass Ihr die auf der Speisekarte angegebenen Größen der Steaks fast schon verdoppelt könnt. Für mein Steak (Irish Black Angus) waren beispielsweise 250g angegeben. Wie Ihr auf den Bilder erkennen könnt, dürften es durchaus 400g gewesen sein.

Meine Tipps:

Als Vorspeise das Gericht mit Avocado.

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Als Hauptgericht: Australian Black Angus Steak.

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Wenn Ihr etwas typisch Flämisches essen wollt, dann empfehle ich Euch Stoofvlees. Hierbei handelt es sich um eine Art Rindergulasch, der u.a. mit kräftigem Bier zubereitet wird uns insgesamt aufgrund seiner Zutaten leicht süßlich schmeckt.

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Als Nachspeise seht Ihr hier den Apfelstrudel mit Vanilleeis.

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Übrigens: Es gibt hier auch diverse Burger. Ich selbst habe zwar keinen gegessen aber ich kann Euch versichern, dass die Burger hier ebenfalls groß ausfallen und wirklich ausgesprochen gut aussahen!

Shoppen, Party & Sonstiges

In dieser Stadt könnt Ihr nicht nur gut essen, sondern auch shoppen könnt Ihr hier nach Lust und Laune in einer der vielen Straßen. Die bekannteste Shoppingstraße ist vermutlich die Diestsestraat. Dort findet Ihr eher die klassischen, auch aus anderen Ländern bekannten Geschäfte. Wenn Ihr es etwas individueller mögt oder auch einfach nur ein bisschen spazieren wollt, bietet sich die Bondgenotenlaan an – die „Champs Elysées von Leuven“. Die Tiensestraat wird hingegen bevorzugt von Studenten besucht. Hier findet Ihr auch viele Cafés. Sucht Ihr Etwas trendiges oder alternatives, dann könnt Ihr in die Mechelsestraat mit ihrem südländischen Flair gehen.

In der Studentenstadt kann man natürlich auch gut Party machen. Viele Leute kommen (insbesondere am Wochenende) extra aus Brüssel zum Feiern hierher.

Wenn Ihr an einem Wochenende mit dem Auto nach Leuven fahrt, solltet Ihr darauf gefasst sein, dass es dort nicht unbedingt leicht ist, einen Parkplatz zu bekommen. Denn gerade am Wochenende ist das Städtchen ein beliebtes Ziel zum Shoppen oder Essen. In einem Parkhaus solltet Ihr aber in aller Regel eine (leider nicht ganz billige) Parkgelegenheit finden können.

Leuven zu Weihnachten: Weihnachtsdekoration und Weihnachtsmarkt

Wie bereits angedeutet, lohnt sich ein Besuch nicht nur im Sommer. Die Stadt ist in der Weihnachtszeit aufwändig geschmückt und auf dem „Grote Markt“ vor der Universitätsbibliothek findet Ihr einen wirklich schönen Weihnachtsmarkt (in diesem Jahr -2016- vom 8.-21. Dezember). Dort findet Ihr diverse – teilweise auch größere – Essensstände mit den unterschiedlichsten Speisen. Außerdem: Habt Ihr schon einmal „Stille Nacht“ auf Niederländisch und von einem Weihnachtsmänner-Chor gesungen gehört? 😉

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2 Comments

  1. Januar 1, 2017 / 6:31 pm

    Wow, super ausführlicher Bericht, das hört sich wirklich interessant an! Aktuell wohne ich für ein Praktikum in Malta, lebe aber normalerweise in NRW – wenn ich wieder daheim bin werde ich mir diesen Kurztrip dann nochmal durch den Kopf gehen lassen. Interessant hört sich das auf jeden Fall an, und ich habe mir vorgenommen, mehr Städte zu besuchen, dass könnte dann ja mal mein Anfang sein 🙂 Danke für deine Tipps!

    • 7milestoparis
      Januar 1, 2017 / 7:01 pm

      Hallo Julia! Freut mich sehr, dass Dir mein Bericht gefallen hat. Ja, insbesondere in Belgien gibt es wirklich tolle Städte, die man aus NRW gut besuchen kann! Ich werde in Zukunft auch noch weitere Beiträge hierzu schreiben 😉 Viel Spaß in Malta! Marco

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